Ein Bund fürs Leben
Die Landsmannschaft Saxo-Suevia ist eine akademische Studentenverbindung in Erlangen. Ihre Mitglieder, die Bundesbrüder, sind aktive und ehemalige Studenten verschiedenster Fachrichtungen. Was uns verbindet, ist eine Freundschaft, die in der Studienzeit entsteht und ein Leben lang hält: über Fakultäten, Berufe, Wohnorte und Generationen hinweg.
„Dem Freunde die Hand für Wahrheit und Treue“ Wahlspruch der Landsmannschaft Saxo-Suevia
Unser Wahlspruch fasst zusammen, worauf es uns ankommt: Wir reichen einander die Hand, wir sind ehrlich zueinander und wir stehen füreinander ein, auch wenn das Studium längst vorbei ist. Nach dem Examen werden die Studenten in den Altherrenverein aufgenommen. Ganz im Sinne eines Generationenvertrages unterstützen die Alten Herren die Aktiven mit Rat und Tat, bei Studienarbeiten, Prüfungen und der Jobsuche, und sie stellen mit unserem Studentenwohnheim günstigen Wohnraum zur Verfügung.
Offen für alle
Bei uns zählt der Mensch. Herkunft, Nationalität, Hautfarbe, Religion und Weltanschauung sind für die Aufnahme kein Kriterium. Zu unseren Bundesbrüdern gehören auch Studenten, die nicht in Deutschland geboren sind, und wir sind stolz darauf. Wir achten jeden Menschen, unabhängig davon, woher er kommt.
Wer in Erlangen oder Nürnberg studiert und eine Gemeinschaft sucht, die über das Studium hinaus trägt, ist bei uns willkommen. Unsere Veranstaltungen stehen vielfach auch Freunden, Partnerinnen und Familien offen.
Politisch und religiös neutral
Saxo-Suevia ist weltanschaulich, religiös und politisch ungebunden. Wir vertreten keine Partei und keine Konfession, und wir schreiben niemandem vor, was er zu denken hat. Unter unseren Bundesbrüdern finden sich ganz unterschiedliche Überzeugungen. Gerade das macht unsere Gespräche wertvoll: Wir streiten in der Sache, hören einander zu und gehen respektvoll miteinander um.
Gegen Radikalismus, für Respekt
Wir lehnen jede Form von politischem und gesellschaftlichem Radikalismus ab, gleich aus welcher Richtung. Extremistische Positionen haben in unserem Bund keinen Platz. Ebenso lehnen wir jede Überheblichkeit gegenüber anderen Menschen ab: Niemand ist mehr wert, weil er studiert, einer Verbindung angehört oder aus einer bestimmten Familie stammt.
Respekt, Toleranz und Hilfsbereitschaft sind für uns keine Schlagworte, sondern gelebter Alltag im Haus, auf dem Convent und im Umgang mit unseren Nachbarn, Gästen und Kommilitonen.
Europa
Europa liegt uns am Herzen. Zweimal durften wir dem Coburger Convent, unserem Dachverband, als präsidierende Verbindung vorstehen. 1976/77 lautete unser Motto „Völkerfamilie Europa – Ziel ohne Alternative“, 2022/23 haben wir den Faden mit „Völkerfamilie Europa – ein Schicksal, eine Zukunft“ wieder aufgenommen. Unsere Wurzeln liegen auch in Breslau, das heute in Polen liegt. Dass wir dort heute wieder als Freunde willkommen sind, sehen wir als Geschenk der europäischen Einigung.
Mehr über unser Bekenntnis zu Europa
Demokratie und Verantwortung
Unsere Verbindung verwaltet sich selbst und ist demokratisch organisiert. Alle wichtigen Entscheidungen fallen auf dem Convent, der Versammlung der aktiven Bundesbrüder, in der jede Stimme gleich viel zählt. Jedes Semester wählen die Aktiven aus ihrer Mitte die Chargierten, die die Verbindung führen, Veranstaltungen planen und neue Mitglieder begleiten.
Wer bei uns ein Amt übernimmt, lernt früh, frei zu sprechen, Verantwortung für andere zu tragen und Kompromisse zu finden. Viele Bundesbrüder sagen später, dass sie davon im Beruf mehr profitiert haben als von manchem Seminar.
Warum wir fechten
Saxo-Suevia ist eine pflichtschlagende Verbindung: Wir halten an der Bestimmungsmensur fest, dem traditionellen studentischen Fechten zwischen Mitgliedern verschiedener Verbindungen. Von außen wirkt das oft befremdlich. Deshalb erklären wir gern, worum es dabei geht und worum nicht.
„Konvente und Chargen sind Training für freies Reden und Managementaufgaben im Job, die Mensur gibt Abwehrkraft gegen Widrigkeiten des Lebens.“ Prof. Dr. Berthold Seitz, Direktor der Augenklinik am Universitätsklinikum des Saarlandes, Sachsen-Schwabe seit 1981
Was ist eine Mensur?
Bei einer Mensur stehen sich zwei Studenten aus verschiedenen, befreundeten Verbindungen mit scharfen Klingen gegenüber, dem sogenannten Schläger. Der Ablauf ist bis ins Detail geregelt. Augen, Hals, Oberkörper und Fechtarm sind durch Schutzausrüstung abgedeckt, ein Unparteiischer leitet die Partie, Sekundanten achten auf ihre Fechter und ein Arzt ist immer anwesend.
Ist das ein Duell oder ein Kampf?
Nein. Bei der Mensur gibt es weder Sieger noch Verlierer, und es geht nicht darum, den anderen zu verletzen oder einen Streit auszutragen. Die Fechter sind keine Gegner im eigentlichen Sinn, oft sitzen sie am selben Abend gemeinsam am Tisch.
Worum geht es dann?
Um Haltung. Wer auf Mensur steht, muss stehen bleiben, darf nicht ausweichen und muss sich auf seine Ausbildung und auf seinen Sekundanten verlassen. Es geht darum, die eigene Angst zu überwinden, Disziplin zu zeigen und für seine Gemeinschaft einzustehen. Diese Erfahrung prägt, und sie schweißt zusammen.
Wie wird man darauf vorbereitet?
Der Zweitchargierte organisiert das Fechttraining, das mehrmals in der Woche stattfindet. Jeder Bundesbruder trainiert über längere Zeit, bevor er seine erste Mensur ficht. Wer bei uns eintritt, weiß von Anfang an, dass die Mensur dazugehört.
Ist das gefährlich?
Verletzungen kommen vor. Sie sind in aller Regel oberflächlich und werden sofort vom anwesenden Arzt versorgt. Durch Schutzausrüstung, Regeln und Training ist das Risiko überschaubar, aber wir verschweigen es nicht.
Tradition mit offenem Blick
Unsere Geschichte reicht bis 1878 zurück. Wir pflegen Bräuche wie Band und Mütze in unseren Farben, den Kommers und das Singen alter Studentenlieder, weil sie uns mit den Generationen vor uns verbinden. Tradition heißt für uns aber nicht Verklärung. Auch die dunklen Kapitel, allen voran die Zeit des Nationalsozialismus, gehören zu unserer Geschichte. Wir beschreiben sie offen und ohne Beschönigung.
Unsere Geschichte von 1878 bis heute
Sprechen Sie uns an
Sie möchten uns kennenlernen, haben Fragen zu unseren Grundsätzen oder planen eine Veranstaltung mit uns? Wir freuen uns über Ihre Nachricht an aktivitas@saxo-suevia.de oder an den Altherrenverein unter ahv@saxo-suevia.de. Gern laden wir Sie auch zu uns in die Löhestraße ein.
